Eine Erwartung wurde nicht erfüllt. Eine Abstimmung funktioniert nicht. Ein Verhalten irritiert – doch niemand spricht es offen an.
Aus Rücksicht, aus Unsicherheit oder weil gerade „nicht der richtige Zeitpunkt“ scheint, bleiben wichtige Dinge unausgesprochen. Kurzfristig vermeidet das vielleicht ein unangenehmes Gespräch. Langfristig entstehen jedoch leicht Interpretationen, Missverständnisse und unnötige Distanz.
👉 Klarheit bedeutet nicht Härte. Sie schafft Orientierung – wenn sie respektvoll formuliert ist.
Was nicht angesprochen wird, ist deshalb nicht automatisch gelöst. Oft beginnen Menschen, fehlende Informationen selbst zu ergänzen: Warum reagiert die Kollegin so? Was erwartet die Führungskraft wirklich? War meine Arbeit nicht gut genug?
Je länger Unklarheit bestehen bleibt, desto schwieriger kann es werden, wieder sachlich darüber zu sprechen. Ein frühzeitiges, konkretes Gespräch hilft, Vermutungen durch Austausch zu ersetzen.
Gutes Feedback verfolgt dabei nicht das Ziel, Recht zu behalten oder jemanden zu verändern. Es macht sichtbar, was wahrgenommen wurde, welche Wirkung es hat und was künftig hilfreich wäre.
Sätze wie „Du bist unzuverlässig“ oder „Mit dir kann man nicht zusammenarbeiten“ bewerten die Person. Das führt schnell zu Rechtfertigung oder Rückzug. Hilfreicher ist es, bei einer konkreten Situation zu bleiben:
➡️ Beobachtung: „Die Unterlagen sind heute nach unserem vereinbarten Termin eingelangt.“
➡️ Wirkung: „Dadurch konnte ich die Präsentation nicht rechtzeitig fertigstellen.“
➡️ Wunsch: „Bitte gib mir künftig frühzeitig Bescheid, wenn sich der Termin nicht ausgeht.“
So wird aus einem Vorwurf eine nachvollziehbare Rückmeldung. Das Gegenüber weiß, worum es geht – und was konkret gebraucht wird.
Klar anzusprechen bedeutet nicht nur, dass wir etwas sagen, sondern auch, wie wir es formulieren.
Formulierungen wie „kein Problem“ oder „Das war nicht schlecht“ enthalten genau jene Begriffe, von denen wir uns eigentlich abgrenzen möchten. Wer positiv und konkret formuliert, macht leichter verständlich, was tatsächlich gemeint oder erwünscht ist.
In seinem kurzen Video zeigt Günther Mathé anhand alltäglicher Beispiele, wie kleine Veränderungen in der Wortwahl die Wirkung einer Aussage verändern können.
Ein paar Alternativen für den Alltag: → „Kein Problem.“ → „Sehr gerne.“
→ „Das war nicht schlecht.“ → „Das ist gut gelungen.“
→ „Vergiss nicht …“ → „Bitte denk daran …“
→ „Das ist nicht unmöglich.“ → „Das ist machbar.“
In unseren Kommunikations-, Führungs- und Teamtrainings arbeiten wir mit konkreten Situationen aus dem Berufsalltag. Die Teilnehmenden erproben herausfordernde Gespräche, reflektieren ihre Wirkung und entwickeln Formulierungen, die zur jeweiligen Rolle und Unternehmenskultur passen.
Je nach Bedarf verbinden wir Trainings mit Coaching, Persönlichkeitsprofilen, moderierten Teamprozessen oder Follow-up-Formaten. So bleibt es nicht bei guten Vorsätzen – neue Gesprächsmuster können Schritt für Schritt im Alltag verankert werden.
➡️ Möchten Sie Klarheit und Zusammenarbeit in Ihrem Unternehmen stärken? Vereinbaren Sie gerne ein unverbindliches Beratungsgespräch mit uns.
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